Das Leben in Spanien: Land und Leute für Urlauber
Wer ein paar Gewohnheiten kennt, fühlt sich in Spanien vom ersten Tag an wohler — und wird auch anders behandelt. Fünf Dinge, die im Lehrbuch selten stehen.
Die Uhrzeiten sind andere
Mittag ist gegen halb drei, Abendessen selten vor neun. Wer um sieben ins Restaurant geht, sitzt allein — die Küche hat oft noch geschlossen. Die comida am Mittag ist die Hauptmahlzeit, und dafür nimmt man sich Zeit.
Zum Getränk kommt etwas zu essen
In vielen Regionen bekommt man zur caña — dem kleinen Bier vom Fass — automatisch Oliven, Chips oder ein Stück Tortilla. Das ist die tapa, und sie ist meist im Preis enthalten. Bestellen muss man sie nicht.
Trinkgeld ist klein
Man rundet auf: ein Euro auf zwei Kaffee, zwei bis drei Euro nach dem Essen. Zehn oder fünfzehn Prozent sind unüblich, und niemand erwartet sie.
„Ahora mismo" heißt selten sofort
Eine kleine Skala, die im Alltag hilft: enseguida heißt wirklich gleich. Ahora mismo heißt im Lauf des Tages. Mañana sin falta ist die verlässlichste Zusage von allen. Wer das weiß, ärgert sich weniger und lächelt öfter.
Der Ton macht viel aus
Ein por favor, ein gracias und ein freundliches buenos días beim Betreten eines kleinen Ladens öffnen mehr Türen als perfekte Grammatik. Spanier rechnen es hoch an, wenn jemand es auf Spanisch versucht — auch mit Fehlern.
Genau deshalb lohnt sich ein bisschen Spanisch: Es geht selten um die Bestellung. Es geht darum, wie man empfangen wird.
— Ana, Spanischlehrerin seit dem Jahr 2000